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Glasatelier Dold GmbH, zur Startseite

Glasatelier Dold

100 Jahre Glasmalereidynastie

2004 eröffnete Aline Dold nach ihren Lehr- und Wanderjahren in Lausanne, Canterbury und Köln ihr Glasatelier in Winterthur. Ein guter Entscheid, wie sie heute rückblickend sagt.

Seither hat sie Meilensteine gesetzt, etwa mit dem Dürrenmatt-Fenster (2008), an wichtigen internationalen Projekten mitgearbeitet und die europaweit bedeutendste Scheibensammlung im Rathaus Stein am Rhein wie auch Königsfelden restauriert.

Nationale und internationale Tätigkeit

Ratsstube im Rathaus Stein am Rhein mit der historischen Scheibensammlung
Rathaus Stein am Rhein: Restaurierung der Rathaussammlung, 2013

2011 beschädigte ein Hagelschaden das Fenster in der Stiftskirche Notre-Dame de l'Assomption in Romont FR. Nach ausgiebigen Debatten innerhalb der Denkmalpflege stand fest: Das Fenster des bekannten Malers Alexandre Cingria sollte nicht sichtbar geflickt, sondern in Annäherung an seinen Malstil restauriert werden.

Die Schwierigkeit lag darin, Cingrias spontanen Malstil in Kombination mit seiner komplexen Technik wiederherzustellen. Cingria hatte nicht nur Vorder- und Rückseite einer Glasscheibe bemalt, sondern auf zwei Scheiben gemalt, um die Tiefenwirkung zu verdoppeln. Der Hagel hatte einzelne Partien bis zur Unkenntlichkeit zerstört, in tausend Stücke zersplittert. Eine gute Vorlage oder Farbfotografie gab es nicht. Es war ein Puzzle. Aline Dold gelang es, Konturstriche, Farbverläufe und Glasstufenätzungen originalgetreu nachzubilden.

Über vier Monate beschäftigte sie zudem die Restaurierung der europaweit bedeutendsten Scheibensammlung im Rathaus Stein am Rhein. Über zwei Jahre dauerte die Restaurierung des Fensterzyklus aus dem 14. Jahrhundert in Königsfelden.

Das Dürrenmatt-Fenster

Sich in die Gefühle des Künstlers hineinzuversetzen, um ein Ganzes zu erreichen, ist entscheidend. Dieser Herausforderung stellte sich Aline Dold 2008 bei der Neuschaffung von Friedrich Dürrenmatts Kirchenfenster in Konolfingen. Ein Jahr zuvor war Charlotte Kerr, die Witwe des Dichters und Zeichners, mit dem Wunsch an die Kirchgemeinde gelangt, der Kirche ein Fenster nach einer Federzeichnung Dürrenmatts zu stiften.

Aus dem Wettbewerb, dessen Bedingung es war, weder Farbe noch Form zu verändern, ging Aline Dolds Arbeit aus fünf Vorschlägen als Siegerprojekt hervor. Im Auftrag von Charlotte Kerr Dürrenmatt und in Zusammenarbeit mit Pascal Moret und Werner Weyhe gestaltete sie ein in Grautönen gehaltenes Fenster. Vorlage war die Federzeichnung «Apokalypse II», die Dürrenmatt kurz vor seinem Tod 1989 vollendet hatte. Das Bild war auch die Vorlage für sein bekanntes Buch «Durcheinandertal».

«Hätte Dürrenmatt zu Lebzeiten ein Fenster von seiner Zeichnung anfertigen lassen, dann hätte er das genau so umgesetzt.»

Ein enger Freund Dürrenmatts an der Einweihung

Netzwerk und neue Techniken

Netzwerk und Austausch über neue Techniken sind für die Glasmalerin von grosser Bedeutung. Als Vertreterin der Glasmalerei in der Schweiz wirkte sie an der internationalen Studie «Epoxidharz» mit. Ziel war es, geeignete Kunstharze für das Kleben bei der Restaurierung von Glasscheiben zu entwickeln. Beteiligt waren Fachleute aus renommierten Häusern in Köln, Canterbury, Glasgow und Triest.

Eigene Projekte

Für mich war und ist die Kunst nicht nur eine Leidenschaft, sondern mein Zuhause. Seit jeher fasziniert mich das Spiel des Lichts auf Glas – eine Kunstform, deren Wurzeln bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen und die heute zu Unrecht oft übersehen wird.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese historische Tätigkeit nicht nur zu bewahren, sondern neu zu erfinden. In meinen Projekten gehe ich bewusst an Grenzen. Ich kombiniere die meisterhafte Präzision der klassischen Glasmalerei mit der grenzenlosen Freiheit der digitalen Kunst des 21. Jahrhunderts.

Dieses ständige Wagnis, alte Techniken mit digitalen Elementen zu verschmelzen, lässt Werke entstehen, die voller Energie, Geschichte und zeitgemässer Dynamik stecken. Willkommen in der Welt der Lichtkunst.

Aline Dold

Weiterbildung und persönliches Engagement

2007 bis 2009 und 2012 bildete sich Aline Dold zur Kunst-, Mal- und Gestaltungstherapeutin aus. Ziel war nicht eine therapeutische Tätigkeit, sondern ihre Vision, die Verbindung zwischen künstlerischem Schaffen und dem Menschen neu zu beleben, als Dialog mit der Seele.

«Jeder Mensch hat künstlerische Fähigkeiten – wir müssen sie nicht erst mühsam erlernen, sondern uns nur wieder daran erinnern, dass sie längst in uns wohnen. Ich wünsche mir, dass wir den bewertenden Verstand öfter ruhen lassen und die Angst vor Kritik ablegen, um wieder mit der unbeschwerten Freiheit eines Kindes einfach zu erschaffen. Denn im kreativen Schaffen liegt das unendliche Potenzial jedes Einzelnen.»

Aline Dold